Emulation

Die malerische Untersuchung von Darstellungsformen und -welten des Computers, insbesondere von archaischen Pixelgrafiken, setzt einerseits allgemeine Überlegungen über Medienformen in Gang. Vor Allem aber sorgt das Heranzoomen an einen bestimmten Spielausschnitt und die weitere Vergröberung der Bildstruktur für ein Offenlegen der einzelnen Bildbausteine und deren abstrakte Qualitäten, die eine Spielfigur auch ganz schnell wieder in ein paar quadratische Farbflächen zurückverwandeln und komplizierte Dimensionen in ein geradezu ornamentales Muster auflösen können. Verspielte Elemente, wie die einen Schuss abfeuernde Wasserpistole in „Toy Island“ oder die ironische Anspielung auf Mondrian, dessen reine Farbskala hier augenzwinkernd mit gemischtem Hellgrün und Violett unterwandert wird, sorgen dafür, dass der Wettstreit zwischen abstrakter und figurativer Malerei nicht allzu programmatisch wird.
Innerhalb eines klassischen Landschaftsaufbaus treten grafische Pixelrasterungen einerseits und rein malerische Freiflächen andererseits in Kontrast oder gehen ineinander über. Hier wird also im wahrsten Sinne des Wortes in verschiedenen Graden ‚Bildauflösung‘ betrieben. Die Bildformate überschreiten dabei bei weitem die Größe eines Bildschirms, und die gewählten Bildausschnitte erscheinen um ein Vielfaches vergrößert auf der Leinwand. Der Betrachter fühlt sich in das Spiel- und Landschaftsgeschehen hinein gezoomt: Virtuelle Spielwelten mutieren zu realen Welten aus abstrakter Malerei.

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